THEATER-AG DER OBERSTUFE



'Der Alpenkönig und der Menschenfeind'
von Ferdinand Raimund im Mai 2010




"Der Alpenkönig und der Menschenfeind" von Ferdinand Raimund

Probenfotos zum 'Alpenkönig'




Frei nach dem Motto: "Ich halte dir den Spiegel vor, damit du siehst, wie unerträglich du bist!" erzählt das "romantisch-komische Zauberspiel" auf unterhaltsame und bisweilen absurd-witzige Art die Geschichte des reichen Gutsbesitzers Rappelkopf, der zum verbitterten Menschenfeind geworden ist, jedem misstraut und sich von allen gehasst und verfolgt fühlt. So macht er seinen Mitmenschen durch seine krankhaften Wahnvorstellungen das Leben zur Hölle. Seiner Tochter Malchen verweigert er die Zustimmung zur Heirat mit dem Maler August Dorn. Seine Frau Sophie, mit der er in vierter Ehe verheiratet ist, verdächtigt er, den Diener Habakuk zu einem Mordanschlag gegen ihn angestiftet zu haben. Nach einem heftigen Tobsuchtsanfall verlässt Rappelkopf sein Haus, kauft einer verarmten Köhlerfamilie deren Hütte ab, in der er fortan als Einsiedler leben will.



Seine Familie, obwohl von Rappelkopfs tyrannischem Verhalten und seinen cholerischen Attacken schwer geplagt, bangt um sein Leben. In dieser Situation verspricht der geheimnisvolle Alpenkönig der verzweifelten Familie Hilfe und will Rappelkopf mittels einer ganz besonderen "Therapie" zur Einsicht führen. Zu diesem Zweck inszeniert er für diesen eine unheimliche und scheinbar lebensbedrohliche Situation. Er lässt Rappelkopfs drei verstorbenen Frauen und eine ehemalige Geliebte als Geister erscheinen, setzt die Köhlerhütte einem furchtbaren Unwetter aus und bringt so Rappelkopf schließlich dazu, eine Vereinbarung mit ihm zu treffen: In Gestalt seines Schwagers Silberkern soll Rappelkopf seine Familie besuchen, um sich von der Grundlosigkeit seines Misstrauens überzeugen zu lassen. Der Alpenkönig jedoch schlüpft in die Figur des Menschenfeindes, um so Rappelkopf sein eigenes Spiegelbild vor Augen zu führen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu erkennen.



Wird es dem Alpenkönig gelingen, Rappelkopf von seinem Menschenhass zu heilen und Malchen und ihren geliebten August zusammenzuführen?



Dieses am 17. Oktober 1828 in Wien uraufgeführte Stück ist Raimunds psychologisch interessantester und modernster Text, in dessen Hauptfigur Rappelkopf er viel von seinem eigenen Wesen, seiner Hypochondrie und seiner Melancholie einfließen ließ. (vgl. Harenberg Schauspielführer, Dortmund, 2001, S. 842)



Mit dem Stück "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" konnte der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Ferdinand Raimund einen stürmischen Erfolg als Autor und als Darsteller des Rappelkopf feiern. So urteilte der Dichter Franz Grillparzer (1791-1872) euphorisch: "Ein psychologisch wahreres, an Entwicklungen reicheres Thema hat noch kein Lustspieldichter gewählt. Bereits zu Raimunds Lebzeiten wurde es ins Englische übersetzt und 1831 erfolgreich in London aufgeführt. Bis heute wird "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" auch an großen Bühnen gezeigt.





Wir wollten etwas spielen, was uns Gestaltungsmöglichkeiten bietet, bei dem man herzhaft lachen kann, das aber auch ernste Untertöne hat. So haben wir uns für "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" entschieden und wir hoffen, dass es unserem Publikum gefallen hat!



Ferdinand Raimund (1790-1836) kam als Verkäufer von Gebäck mit dem Burgtheater in Wien in Berührung und beschloss - fasziniert von der Theaterwelt - Schauspieler zu werden. Er spielte ab 1808 bei verschiedenen Wandertruppen und erzielte seinen Durchbruch als Komiker 1814-1817 in Wien. 1823 erschien sein erstes von insgesamt acht eigenen Stücken. Nach der Aufführung von "Der Bauer und der Millionär" wurde Raimund mit dem französischen Schriftsteller Moliere verglichen und als "wienerischer Shakespeare" betitelt. Mit "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" erreichte er den Höhepunkt seines Schaffens als Autor und als Schauspieler. Auch der "Verschwender" (1834) wurde zu einem sensationellen Erfolg. Unglücklich gestaltete sich sein Privatleben. Eine Ehe mit der geliebten Toni Wagner wurde von deren Eltern abgelehnt, seine Ehe mit Louise Gleich bestand nur zwei Jahre. Auch das folgende Verhältnis mit Toni Wagner gestaltete sich wenig harmonisch. In zunehmender Depression befürchtete Raimund 1836 nach einem Hundebiss eine Tollwutinfektion, die ihn zu einem Selbstmordversuch veranlasste, an dem er wenige Tage später starb.



Christiane Schulte-Niehus (Spielleiterin der Oberstufen-Theater AG der Holstenschule)




Die Aufführungstermine:

Montag, 03.05. 2010
Premiere in der Aula der Holstenschule Neumünster, 19.00Uhr

Dienstag, 04.05. 2010
2. Aufführung in der Aula der Holstenschule Neumünster, 19.00Uhr

Donnerstag, 06.05. 2010
3. Aufführung in der Aula der Holstenschule Neumünster, 19.00Uhr

Freitag, 07.05. 2010
4. Aufführung in der Aula der Holstenschule Neumünster, 19.00Uhr






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